Epochenüberblick – Neue Sachlichkeit (1924-1932)

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Die bestimmende literarische Strömung des 1920er Jahre war die Neue Sachlichkeit. Sie reagierte auf die nüchterne Realität der Weimarer Republik, die von Inflation und politischer Instabilität geprägt war.

Leitmotive/ Merkmale

Sachlich-objektive Darstellung der Wirklichkeit
Die Wirklichkeit wurde in der Zeit der Neunen Sachlichkeit objektiv und nüchtern sowie kühl und schmucklos dargestellt. Es gab keine Heldenfigur sondern nur sachliche Typen deren Gefühle kaum zur Schau gestellt wurden.

Ein Typus stellte eine ganze Gesellschafsklasse dar, somit ging es nicht um eine einzige Person und deren Schicksalsschläge sondern um eine ganze Gesellschaftsgruppe, die von der handelnden Person repräsentiert wurde.

Großstadt
Die Großstädte gewannen immer mehr an Bedeutung in der Neuen Sachlichkeit. Vor allem Berlin wurde zur Kultur- und Vergnügungs Metropole. Durch den Industriellen Aufschwung wurden die Städte einerseits bereichert durch Kinos, Bars, Theaters andererseits wurden die Städte lauter, hektischer und unordentlicher durch Straßenbahnen und den Automobilverkehr. Das hatte als Folge, dass die jüngere Gesellschaft ein breites Angebot an Unternehmungsmöglichkeiten hatten, die älteren hingegen konnten sich mit dem allen nicht anfreunden, weil es für etwas komplett Neues und ungewöhnliches war.

Die neue Frau
Die neue Frau war emanzipiert und selbstbewusst. Sie trug meistens eine kurze Frisur und rauchte, sie machte all das, was ihr früher verboten wurde. Sie war nicht mehr die typische Frau, die für den Haushalt zuständig war sondern traf sich mit Freunden in Bars und Restaurants und suchte immer wieder nach Abenteuer. Sie wollte sich nicht mehr an einen Mann binden, da die Gefahr verletzt zu werden zu groß war.

Sprache und Form

In der Epoche der Neuen Sachlichkeit entstanden neue literarische Formen wie die Reportage, das epische Theater und das Dokumentationstheater. In Romanen oder epischen Texten wurde das Geschehen von einem Berichterstatter geschildert, der eine nüchterne, distanzierte und kritische Betrachtung zum Geschehen einnahm. Er bewertete und kommentierte nicht, sondern versuchte den Leser durch die Form der Satire zu lenken. Die Gefühle der Personen wurden von ihm nicht geschildert, diese erfährt man nur durch den Bewusstseinsstrom oder durch die Handlungen der jeweiligen Personen. Durch Verbindungswörter und Nebensätze wurden die vielen neuen Eindrücke geschildert.

Das epische Theater

Das epische Theater ist eine neue Theaterform, die sich vom aristotelischen Theater distanziert. Bertolt Brecht versuchte mit diesem Theater den Lesern die Augen zu öffnen. Das Theater besteht aus Aneinanderreihungen von Einzelszenen die einen offenen Schluss haben, welcher die Leser zum nachdenken bzw. weiterdenken anregen soll. Durch den Verfremdungseffekt, d.h dass sich das Publikum nicht mit den Figuren des Theaters identifiziert, sondern eine Distanz zu ihnen sowie zum Geschehen bewahrt, soll das Publikum einen Überblick über die Situation erhalten. Sie sollen die dargestellte Realität erkennen und diese kritisch betrachten.

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