Johann Gottfried Herder – Abhandlung über den Ursprung der Sprache

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Herder gewann mit seinem 1772 angefertigten Aufsatz ,,Abhandlung über den Ursprung der
Sprache” den von der Berliner Akademie der Wissenschaften 1769 ausgerufenen Wettbewerb um die Beantwortung der Frage “Sind Menschen, ihren natürlichen Fähigkeiten überlassen, imstande, Sprache zu erfinden und wenn ja, mit welchen Mitteln sind sie dazu gekommen?”
Herder erwähnt in seinem Aufsatz diverse Sprachtheorien, besonders die Sprachtheorien von Condillac und Süßmilch. Der Grund dafür, dass sich Herder Süßmilchs These nicht anschließt, liegt an dessen unlogischen Behauptung. Wenn der Mensch durch seine Unvollkommenheit nicht in der Lage gewesen sein sollte, die Sprache zu erfinden, wie sollte er dann fähig gewesen sein diese Sprache zu erlernen, wenn laut Süßmilch durch die Sprache erst die Vernunft erweckt wird. Wie wäre der Mensch somit eines göttlichen Unterrichtes fähig gewesen ohne jegliche Sprachkenntnisse und Vernunft zu besitzen.

Herder schließt sich deshalb Condillacs These an, der einen tierischen Ursprung der Sprache behauptet. Grund dafür sind die Gemeinsamkeiten von Tier und Mensch sowie der gemeinsame Drang nach schälenden Äußerungen. Aber auch von dieser These distanziert sich Herder, da für ihn die Entstehung der Sprache aus eigenen Mitteln der Sprache geschehen ist. Für ihn ist die Sprache mehr als das willkürliche Zusammenwirken von Schälen. Herder vergleicht die Sphäre (Wirkungskreis) der Tiere sowie der Menschen und stellte fest, dass in der kleinen tierischen Sphäre der Gebrauch einer Sprache sinnlos sei. Die Sphäre der Menschen hingegen ist viel größer, da Menschen nicht nur an eine Umgebung gebunden sind, sondern die Fähigkeit besitzen diese zu verlassen und sich anderweitig anzupassen. Tiere besitzen stark ausgeprägte Instinkte, die sie für ihre Umgebung benotigen, sie sind somit Instinktgeleitet. Menschen hingegen besitzen weniger ausgeprägte Instinkte, dafür handeln sie bewusst.

Ein weiteres Merkmal des Menschen und somit eine weitere Differenz zu Tieren, ist neben dem Verstand die Besonnenheit, also die Fähigkeit zu reflektieren. Die Erfindung der Sprache aus eigenen Mitteln, ist laut Herder nicht künstlich sondern natürlich, genauso natürlich wie der Mensch natürlich ist.

Aus Condillacs Sprachtheorie entsteht später Herders eigene Sprachtheorie, die weder von einem göttlichen Ursprung noch von einem tierischen Ursprung ausgeht, sondern von der Spracherfindung durch den Menschen selbst.

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