Sachtextanalyse – Abitur

Sachtextanalyse - eine mögliche Aufgabenstellung für Schüler und Schülerinnen im Abitur - online Nachhilfe

Die Sachtextanalyse ist meiner Meinung nach die einfachste von allen Analysen, die von einem Schüler erwartet wird. Also bevor ihr euch in euren Abitur-Vorbereitungen auf Dinge wie Gedichtanalysen stürzt, solltet ihr die Sachtextanalyse verstanden haben. Hier findet ihr sowohl den Aufbau als auch ein ausformuliertes Beispiel für eine Sachtextanalyse

Eine Sachtextanalyse besteht, wie die meisten anderen Texte auch, aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss. Natürlich kannst du dir deine eigene Strukturierung überlegen, die hier aufgezeigte ist jedoch eine sehr sinnvolle.

Sachtextanalyse Einleitung

Die Einleitung deiner Sachtextanalyse sollte folgende Elemente enthalten:

  • Titel, Autor, Textsorte
  • Erscheinungsort
  • Erscheinungsdatum
  • Den Leitbegriff, der die zentrale Rolle im Text einnimmt
  • Darstellung des Leitgedanken des Textes

Beispielhaft ausformuliert:

Der von Markus Sievers geschriebene Kommentar „Die Angst der Mittelschicht“, erschienen in der Frankfurter Rundschau vom 5. März 2007, thematisiert eine „neue“ Angst, die durch die Globalisierung entstanden ist.
Der Leitgedanke dieses Kommentars ist, dass die steigenden Gewinne, die aus der Globalisierung resultieren, nicht an die Mittelschicht weitergegeben werden.
Dies hat zur Folge, dass die Mittelschicht sich ungerecht behandelt fühlt und somit ein großes Problem für die Politik und die Demokratie darstellt.

Sachtextanalyse Hauptteil

Dein Hauptteil sollte folgende Elemente enthalten:

  • Wiedergabe der gedanklichen Struktur (Argumentationsstrategie) des Textes
  • Sprachanalyse: Sprachebene, Wortwahl, rhetorische Mittel, Satzstruktur, Satzarten
  • Die Intention (Absicht) des Autors z.B : provozieren, anklagen, Vorurteile beseitigen, kritisieren, warnen, unterhalten, informieren …

Beispielhaft ausformuliert:

Der Text lässt sich in fünf große Sinnabschnitte einteilen:
Der erste Sinnabschnitt (Z. 1-9) beschreibt die „neue Angst“ (Z.2) und vergleicht sie mit den bisherigen Ängsten vor der Globalisierung. Der große Unterschied zwischen den bisherigen Ängsten und der neuen Angst ist, dass sich die neue Angst in der Politik breit macht, während sich die bisherigen Ängste vor allem auf Mittel und Arbeitslose bezogen.
Der zweite Sinnabschnitt (Z.10-18) betont die Relevanz, Bedeutung und Aktualität der neuen Angst. Aus dieser Angast resultiert nämlich Kritik am Kapitalismus, die von Bedeutung ist, da sie von ganz oben kommt, nämlich von der Politik. Im nachfolgenden Sinnabschnitt (…)

Die Argumentationsstruktur dieses Kommentars kennzeichnet sich vor allem durch plausible und moralische Argumentation. Einerseits setzt die Argumentationsstruktur auf „gesunden Menschenverstand“ (= Plausibilitätsargumentation), zum Beispiel, dass die ärmsten Menschen auf dieser Welt keinen Aufstand proben können, weil ihnen einfach die Mittel fehlen (vgl. Z 26, 27). Andererseits besteht die Argumentationsstruktur aus einem Ruf nach Gerechtigkeit (=moralische Argumentation). Der Autor zielt darauf ab, dass die Leser die Benachteiligung der Mittelschicht als ungerecht (unmoralisch) empfinden. (vgl. Z 37-41). (…)

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Die verwendeten Argumenttypen sind vor allem Autoritätsargumente (z.B das Zitat von Horst Köhler in Z.16) und Faktenargumente ( „Innerhalb von drei Jahrzehnten mehrte das oberste Zehntel in den USA seinen Reichtum um ein drittel“, Z 45) (…)
Durch ein einfaches Geflecht aus Parataxen und Hypotaxen ist der Text für nahezu jeden verständlich. Die zahlreichen rhetorischen Mittel machen den Text sehr anschaulich und verstärken bestimmte Passagen. Der Kapitalismus zum Beispiel wirkt durch Metaphern („ein rauschendes Fest“, Z19) und Personifikationen („ein rauschendes Fest feiern“, Z20) viel präsenter und gewinnt subjektiv an Bedeutung. (…)

Die Intention dieses Kommentars ist, die Politiker dazu zu bewegen einen sozialen Ausgleich durchzuführen, da dieser, zumindest nach Meinung des Autors, durch die Globalisierung notwendig geworden ist. Die Zielgruppe besteht aus Vertretern der Politik, aber der Autor spricht auch die gesamte Bevölkerung an. Zumindest lässt der aus Parataxen und Hypotaxen bestehende Satzbau darauf schließen. Dies macht auch Sinn, denn wenn man die Vertreter des Volkes erreichen will, muss man das Volk an sich erreichen. (…)

Sachtextanalyse Schluss

  • Den Gesamteindruck vom Text
  • Die Position des Autors
  • Die Überzeugungskraft des Textes
  • Die Aktualität des Textes
  • Eigene Stellungnahme zum Thema

Beispielhaft ausformuliert

Abschließend bewerte ich die Argumentationsstruktur und den Einsatz von rhetorischen Mitteln als sehr gelungen. Bei der Zielgruppe kommt dieser anschaulich geschriebene Text wahrscheinlich gut an.

Den Einsatz von plausibler und moralischer Argumentation halte ich für sehr sinnvoll, da gesunder Menschenverstand und soziale Gerechtigkeit wichtige Voraussetzungen beziehungsweise Inhalte der Politik sind. Das Ziel dieses Kommentars würde vielleicht noch besser erreicht werden, wenn auch rationale Argumentation mit Daten und Statistiken vorhanden wäre. Zusammenfassend halte ich diesen Artikel für überzeugend und immer noch aktuell.

Meine Meinung zu diesem Sachverhalt ist folgende: (…)

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