Das Epochenjahr 1917 – Abitur Geschichte

Abitur

Gründe der Bezeichnung

Das Jahr 1917 zeichnet sich durch wichtige, internationale Ereignisse aus, welche einen großen Einfluss auf spätere Geschehnisse hatten. Zum Einen wird als Grund der Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg genannt. Der zuvor zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn gegen die Alliierten England, Frankreich und Russland wurde auf der Seite der Alliierten von den Vereinigten Staaten unterstützt. Als zweiten Grund wird die Umstrukturierung Russlands angeführt. Dies geschah im Zuge zweier Revolutionen, einer im Februar und einer im Oktober. Diese Umstrukturierung legte das Fundament für spätere Ost-West Konflikte.

Kriegseintritt der USA

Zunächst predigte der damalige Präsident Amerikas, Woodrow Wilson, Neutralität, auch weil die Bevölkerung Amerikas geringe Kriegsbereitschaft verspüren ließ. Damit war aktives Eingreifen in den Krieg gemeint, denn schon ab Herbst 1914 unterstützten die USA Großbritannien mit Hilfslieferungen von Waffen und Munition, wollte aber nicht an der Front in Frankreich eingreifen. Kontakt hatten die USA mit dem kriegsführenden Deutschland schon 1915 im Zuge des laufenden Seekrieges, welches primär mit Großbritannien geführt wurde. Hierbei wurden neutrale Schiffe angegriffen, wobei auch amerikanische Staatsbürger starben, sodass erste Unruhen in Amerika aufkamen. Wilson predigte zu der Zeit noch Neutralität, doch das Verhältnis war zusehends angespannt. Am 2. April 1917 ist es dann soweit, dass nach weiteren Vergehen gegen amerikanische Forderungen, Krieg erklärt wird. Weitere Gründe wären aus ökonomischer Sicht zu betrachten. Die Alliierten waren inzwischen hoch bei den USA verschuldet, sodass ein Kriegsverlust dieser auch Amerika betroffen hätte. Zudem erlebte die amerikanische Wirtschaft durch die Waffenlieferungen einen Aufschwung. Während des Folgemonats wird die Wehrpflicht für Männer zwischen 21 und 30 eingeführt, infolgedessen kommen mehr als 2 Mio. Männer in Europa zum Einsatz, um den geschwächten Briten unter die Arme zu greifen. Schon im Sommer 1917 ist die Übermacht der Alliierten deutlich zu spüren und ca. ein Jahr später werden auch letzte deutsche Truppen gestoppt. Schon im Januar 1918 hat Wilson einen Friedensplan vorgelegt, welcher als Grundlage für die späteren Verhandlungen in Paris diente. In diesem forderte er beispielsweise, Deutschland nicht mehr zu solchen Kräften kommen zu lassen, dass erneut solche Vorkommnisse geschehen.

Umbruch Russlands

In Russland waren die Strapazen des Ersten Weltkrieges stark in der Bevölkerung zu spüren. Diese reagierte mit Hungerrevolte, Streiks und Plünderungen. Diese angespannte Lage fand einen Höhepunkt im Februar 1917, denn auch Soldaten schlossen sich den zivilen Demonstranten an. Hier spricht man von der Februarrevolution. In Zuge dieser bildeten sich in ganz Russland Räte,  Sowjets genannt, welche sich auf die Stürzung des Zaren Nikolaus II. vorbereiteten. Dieser dankte schließlich schon am 15. März desselben Jahres ab und wurde von einer Provisorischen Regierung abgelöst. Die genannten Sowjets weiteten sich zu einer großen Bewegung, die auch Regierungsansprüche erhob. Innerhalb dieser sind auch die Bolschewiki zu nennen, welche sich als besonders radikal bezüglich der Reform zum Kommunismus zeigten. Im Verlauf des Jahres 1917 gab es Uneinigkeiten bezüglich der Regierung Russlands, so trat der Ministerpräsident Georgi Lwow nach versuchten Attentaten von seinem Amt ab. Währenddessen fand Wladimir Lenin, Vorsitzender der Bolschewiki, unter der Bevölkerung Zuspruch. Dies erreichte er mit den sogenannten Aprilthesen, in denen er sich für den Sozialismus einsetzte und so vor allem die ärmere Bevölkerungsschicht ansprach. Die Bevölkerung forderte inzwischen Kriegsstillstand, denn sie leidete unter großer Hungersnot. Die provisorische Regierung folgte dieser Forderung allerdings nicht, woraufhin die Bolschewiki sich auf einen gewaltvollen Umsturz der Regierung vorbereitete, welcher von der Bevölkerung unterstützt wurde. Im Oktober 1917 kam es dann zum bewaffneten Aufstand gegen die Provisorische Regierung Alexander Kerenskis. Dieser wird auch Oktoberrevolution bezeichnet.

Es kam allerdings bloß zu wenigen Straßenschlachten, da die Revolutionäre auf geringen Widerstand stießen. Ab diesem Zeitpunkt begann die sozialistische Führung Russlands unter Lenin, welcher Russland zu einer Sozialistischen Sowjetrepublik ernannte. In einer folgenden Wahl erhielten die Bolschewiki bloß wenige Stimmen, sodass wieder Unruhen in der Bevölkerung herrschten. Diese wurden gewaltvoll in einem Bürgerkrieg zwischen Bolschewiki und dem Bevölkerungsanteil, der den Umsturz wieder rückgängig machen wollte, eingestellt.

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