Kriegsende und politischer Umbruch in Deutschland – Abitur Geschichte

Abitur

Nachdem der 1. WK (1914-1918) faktisch von Deutschland verloren war, setzte sich im Zuge der Novemberrevolution eine neue Regierungsform durch.

Die Novemberrevolution wurde durch kriegsmüde Soldaten und Arbeiter herbeigeführt, die die Befehle der militanten Obrigkeiten nicht mehr befolgten und so von der Ostsee aus eine Welle der Kriegsverweigerung auslösten – der erste Schritt zur Weimarer Republik war gemacht.
Im gleichen Jahr geschah es dann, das ebendiese neue, demokratische Republik durch gleich zwei Staatsmänner mit nur zwei Stunden Unterschied ausgerufen wurde.

Zum einen durch Philipp Scheidemann, einem sozialdemokratischen Politiker der SPD (“Arbeiter und Soldaten: seid Euch der geschichtlichen Bedeutung dieses Tages bewusst. Unerhörtes ist geschehen, große und unübersehbare Arbeit steht uns bevor. Alles für das Volk, alles durch das Volk. Nichts darf geschehen, was der Arbeiterbewegung zur Unehre gereicht. Seid einig, treu und pflichtbewusst. …. Das Alte und Morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen, es lebe das Neue, es lebe die deutsche Republik.“, Horizonte 3).
Zum anderen durch den marxistisch und sozialistisch eingestellten Karl Liebknecht, der in der USPD tätig war („Der Tag der Revolution ist gekommen. Wir haben den Frieden erzwungen. Der Friede ist in diesem Augenblick geschlossen. Das Alte ist nicht mehr. Die Herrschaft der Hohenzollern, die in diesem Schloß jahrhundertelang gewohnt haben, ist vorüber. In dieser Stunde proklamieren wir die freie sozialistische Republik Deutschland. Wir grüßen unsere russischen Brüder, die vor vier Tagen schmählich davongejagt worden sind …. Durch dieses Tor wird die neue sozialistische Freiheit der Arbeiter und Soldaten einziehen. Wir wollen an der Stelle, wo die Kaiserstandarte wehte, die rote Fahne der freien Republik Deutschland hissen!“, Horizonte 3)

Diese doppelte Ausrufung der Republik hatte trotz unterschiedlicher Vertreter mit unterschiedlicher Motivation doch anfänglich die gleichen Ziele:

  • Abschaffung der Monarchie
  • Schaffung eines Systems, in dem jeder Mitbestimmungsrecht hatte (=Demokratie)

Nachdem Kaiser Wilhelm Ⅱ. im Zuge der Abschaffung der Monarchie abgedankt worden war, versank Deutschland in einen politischen Dämmerzustand des Chaos und der Orientierungslosigkeit. Im Wesentlichen erhoben sich die gemäßigten Mächte (darunter die SPD mit Philipp Scheidemann, die Zentrumspartei oder auch die Liberalen) und die radikaleren Kommunisten, die die theoretische Politik der SPD kritisierten und mit sofortiger Wirkung ein neue Regierung gestützt durch Volksvertreter gewählt von Arbeitern und Soldaten erschaffen wollten. Diese Unstimmigkeiten führten zu vielen deutschlandweiten Kämpfen um die politische Vorherschaft, aus denen sich die gemäßigten Kräfte als Sieger hervor taten.
Diese riefen schließlich die Nationalversammlung ins Leben, die sich um die künftige Regierung kümmern sollte und ihren Sitz in Weimar hatte (Berlin war in dieser chaotischen Zeit des Umbruchs zu unsicher). Ziele der Nationalversammlung waren zunächst:

  •  das Unterschreiben eines Friedensvertrags mit den Siegermächten des 1. WK (Versailler Vertrag)
  • das Ausarbeiten einer Verfassung
  • die Wiederherstellung der Ordnung in Deutschland

Auch wurden erstmals freie, geheime und gleiche Wahlen abgehalten und es wurde eine Gewaltenteilung vorgenommen – d.h. es gab nicht mehr wie im Absolutismus eine ausführende Gewalt sondern mehrere Regierungsapparate die einander stützen. In der Weimarer Republik waren das etwa der Reichspräsident, der Reichstag also das Parlament (Wurde vom Volk gewählt und verabschiedete Gesetze), den Reichsrat (Vertretung der einzelnen ‚Bundesländer‘), mehrere Gerichte (Zur Ausführung der Gesetze), und der Reichskanzler, welcher Vorsitzender des Reichstags war.

Der neu entstandenen Weimarer Republik standen jedoch einige Hindernisse bei der Umsetzung des demokratischen Prinzips bevor – allem voran die Kritik am unterschriebenen Versailler Vertrag, der von den Deutschen als Schmach angesehen wurde. Diese Kritik zerrüttete den Glauben des deutschen Volkes an die neue Regierung erheblich und trug letztendendes mit zum Scheitern der Weimarer Republik bei. Die Punkte, die der Vertrag anriss lauteten in Kurzform wie folgt:

1.) Reparationszahlungen Deutschlands an Siegermächte
2.) Deutschland als alleiniger Verschulder der 1. WK
3.) Gebietsabtretungen (Elsass-Lothringen, Posen …)
4.) Militärische Begrenzung Deutschlands (Abrüstung, Minimirung der aktiven Streitkräfte, Verbot von schweren Waffen)
5.) Abtretung der im Zuge des Imperialismus gewonnenen Kolonien (v.a. in Westafrika)
6.) Anerkennung von Polen, Österreich und Russland als souveräne Staaten

Abschließend lässt sich die Weimarer Republik als im Prinzip gutes System bewerten, dass jedoch den Kriegsfolgen und dem Misstrauen des Volkes erlag und so einer ganz anderen, radikaleren Macht den Weg zum sogenannten 3. Reich ebnete.

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