Gedichtanalyse

Gedichtanalysen werden seit Generationen im Deutschunterricht gelehrt und anschließend in Klausuren und im Abitur geprüft. Viele Schülerinnen und Schülern haben jedoch Probleme, eine gute Gedichtanalyse zu erstellen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn einem auf den ersten Blick keine vernünftige Deutung für das vorliegende Gedicht einfällt.

Gliederung

Außerdem findet ihr hier zahlreiche Beispiele, damit das Ganze anschaulicher wird.

Unterschied Gedichtanalyse und Gedichtinterpretation

Zunächst einmal sollten wir den Unterschied zwischen einer Gedichtanalyse und einer Gedichtinterpretation klären:

Während das Wort Gedichtanalyse das systematische Untersuchen der einzelnen Bestandteile (Verse, Strophen, Reimschema, Kadenzen etc.) eines Gedichtes meint, beschreibt der Begriff Gedichtinterpretation die eigentliche Deutung des Werkes (Was sagt das Gedicht aus? Warum hat der Autor es geschrieben?). In einer Klausur wird in der Regel beides von euch erwartet: Zunächst die Analyse des Gedichtes und anschließend eine auf den Ergebnissen der Analyse aufbauenden Interpretation. Häufig ist mit dem Wort Gedichtanalyse bereits beides gemeint, also ist die Gedichtinterpretation ein Teil der Gedichtanalyse.

Jedes Ergebnis der Analyse ist wichtig für die Interpretation!

Die Einleitung

Die Einleitung der Gedichtanalyse soll dem Leser als eine allgemeine Hinführung zum Thema des Gedichtes dienen, ihn über die Daten des Gedichtes informieren, sowie eure vorläufige Deutungshypothese darstellen.

In die Einleitung eurer Gedichtanalyse gehören folgende Dinge:

  1. Autor
  2. Titel
  3. Gedichtart – wie geht das?
  4. Entstehungszeit
  5. Thema des Gedichtes
  6. Zeitliche Einordnung
  7. Knappe Inhaltsangabe
  8. Erste Deutungshypothese

Mehr Informationen, die Arbeitsschritte und ausformulierte Beisipele für die Einleitung einer Gedichtsanalyse findet ihr hier: Gedichtanalyse Einleitung

Ausformuliertes Beispiel

Das Gedicht „Auf meinen bestürmeten Lebenslauf“ von Catharina Regina von Greiffenberg aus dem Jahre 1662 thematisiert das Glaubensleben des lyrischen Ichs. Es handelt sich um ein Sonett, welches sich der Literaturepoche des Barocks zuordnen lässt.

Als Arbeitshypothese und Intention der Dichterin sehe ich hier den vanitas Gedanken („Alles ist eitel“), an dem sie trotz ihrem von Schwierigkeiten und Zweifeln geplagten Glaubensleben festhält und so Versuchungen widerstehen will.